Purim Alaaf
von Cordula Schüller

Aus den Boxen schallt „Viva Colonia“, auf einer Leinwand wird der Kölner Rosenmontagszug gezeigt, ein Mädchen mit Hasenohren auf dem Kopf und einem Bier in der Hand lächelt und schaut zum Meer hinaus. Zum Meer hinaus? Ja, denn was zuerst so typisch nach Kölner Karneval anmutet, ist in Wirklichkeit die zweite echt kölsche Fastelovendsparty in Tel Aviv.

Bereits zum wiederholten Mal veranstaltete der Städtepartnerschaftsverein Köln - Tel Aviv eine Party nach den Kölner Bräuchen zu Purim. Im Strandlokal „La Mer“ wurde bis in die späten Stunden nach kölscher Sitte geschunkelt und getanzt.

„Ich meine immer wieder, dass Tel Aviv und Köln genau die richtigen Partnerstädte sind. In beiden Städten weiß man gut zu feiern“, sagt Veranstalter Manfred Gryschek. Der Schatzmeister des Partnerschaftsvereins rief letztes Jahr die Aktion ins Leben. Unterstützt wird er hierbei von Freunden der Städtepartnerschaft und Bekannten aus Tel Aviv.

Das Mädchen mit den Hasenohren hüpft mittlerweile mit Freunden zu „Cowboy und Indianer“ über die Tanzfläche. „Ich bin extra aus Dimona vom Toten Meer angereist, um hier zu feiern. Meine Mutter ist Deutsche.“

Eingeladen hat der Städtepartnerschaftsverein über Rundmails und Facebook; die Nachricht ging durchs ganze Land. „Leider sind nicht so viele Leute hier, wie ich erwartet hatte“, sagt Gryschek etwas enttäuscht. Die Stimmung ist zwar gut, aber etwas mehr Leute wären der Party in der mit rot-weißen Luftballons und Kölner Wappen geschmückten Strandbar definitiv würdig gewesen. Aber Gryschek riskiert schon wieder den Blick ins nächste Jahr. Begeistert von der Purim-Streetparty im Stadtbezirk Florentin kündigt er augenzwinkernd an: „Nächstes Jahr fahren wir mit dem LKW über die Straße!“ Er lächelt, nimmt einen Schluck Goldstar und reiht sich zu „Die Karawane zieht weiter“ bei den Mädels vom Toten Meer ein.